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Beratung von Mutter zu Mutter

Vielfältige Kundschaft. Dass die Klientel der neuen Schmetterling Apotheke im Wiener Sonnwendviertel so bunt ist, liegt an der Lage im Gesundheits- und Sozialzentrum CAPE10 mit integrierter Kinder-PVE. Inhaberin Mag. pharm. Veronika Lerch findet das toll – und hat ihr Team bewusst divers aufgestellt.

Text: Silke Ruprechtsberger | Fotos: Reinhard Lang

Bevor man die Schmetterling Apotheke im CAPE 10 in Wien-Favoriten betritt, ist man vermutlich kurz abgelenkt. Hinter dem großen Glasfenster nebenan versinkt eine Zweijährige mit schwarzen Zöpfchen vergnügt im Bällebad, ein Fenster weiter turnen ein paar Minis auf einer großen Matte, helles Lachen ist zu hören: Die „inklusive Kinderwelt“ ist nur ein Grund, warum im CAPE 10 jeden Tag Hunderte Kinder unterwegs sind: Das Sozial- und Gesundheitszentrum im neuen Sonnwendviertel gleich neben dem Hauptbahnhof beherbergt neben einem HNO-Arzt, diversen sozialen Angeboten und einer Primärversorgungseinrichtung (PVE) für Erwachsene auch eine für Kinder.

Persönlicher Zäpfchen-Rekord

Kein Wunder also, dass Mag. pharm. Veronika Lerch, die hier im vergangenen Juni – „endlich“, wie sie sagt – ihre neue Apotheke aufsperrte, pro Tag bis zu 300 Kinder begrüßt. „Die Nähe von Kinder-PVE und uns als Apotheke ist für alle praktisch. Ich hab’ noch nie so viele Antibiotikasäfte gemischt und Zäpfchen gegossen wie hier“, schmunzelt die Pharmazeutin, die vorher in verschiedenen Apotheken in ganz Österreich arbeitete. Man merkt ihr dabei an, wie viel Spaß ihr der Umgang mit den Kleinen und deren Müttern macht. Schließlich hat Lerch selbst einen Sohn (5) und eine Tochter (7): „Bei Familien fließt so viel Praktisches und Menschliches mit ein, man tauscht sich ganz anders aus. Für die Kundinnen ist das ein Mehrwert und für mich eine Bereicherung.“

Neben Familien, Anrainer*innen sowie Nutzer*innen des im CAPE 10 untergebrachten Frauen-Tageszentrums kommen auch öfters internationale Gäste aus den umliegenden Hotels in die Schmetterling Apotheke. Das Team begegnet dieser vielfältigen Kundenschar mit eigener Diversität: Eine der PKAs spricht Türkisch, zudem wurde gerade eine arabischsprachige PKA aufgenommen. Englisch sei ohnehin Standard, so Lerch.

Herausfordernder Schwebezustand

Bis die Chefin ihre neue Apotheke aufsperren konnte, war es allerdings ein langer Weg. Weil sich die Bewilligung zog („Wir haben uns schon 2018 beworben.“), wurde das Zentrum bereits gebaut, während Lerchs Ansuchen noch lief. „Dieser Schwebezustand war das Schwierigste. Wir haben dennoch schon ein wenig am Bau mitgeplant.“ So brauchte die Apotheke beispielsweise ein Nachtdienstfenster an der Außenwand, denn das CAPE 10 ist nur tagsüber offen.

Für die Innengestaltung holte sich Lerch mit dem Studio Hoffelner Schmid bewusst ein Architekturbüro mit relativ wenig Apotheken-Erfahrung. „Ich wollte einen frischen Blick auf das Projekt. Wir haben viel diskutiert und hinterfragt.“ Entstanden ist ein freundlicher Verkaufsraum mit Regalen in Weiß und Birkenoptik. „Durch die Packungen werden die Regale ohnehin bunt“, so Lerch. Im hinteren Bereich sorgen durchdachte Laborräume für reibungslose Abläufe und kurze Wege. Der Rowa-Automat steht direkt hinter der Tara. Ein kleines Zimmer dient als diskreter Beratungsraum.

Gute Hausgemeinschaft

„Es ist schon etwas Besonderes, etwas komplett neu gestalten zu können“, ist Lerch froh über das Ergebnis. Dass sie sich hier so wohlfühlt, liegt freilich auch an der guten Mietergemeinschaft im CAPE 10. „Wir kennen einander, organisieren gemeinsam den Tag der offenen Tür.“ Und mit den Ärzt*innen eint Lerch nicht nur der fachliche Austausch, sondern auch konkrete Nachbarschaftshilfe: Als der Kühlschrank in der Praxis einmal ausfiel, wanderte der Inhalt einfach einen Stock tiefer in die Apotheke. 

Eine eigene Praxis hat übrigens auch Lerch. Allerdings nicht als Medizinerin, sondern als Bachblütenberaterin und Kinesiologin. „Bachblüten begleiten mich seit meiner Kindheit. Mit Kinesiologie kam ich durch meine eigene Schilddrüsen-Problematik in Berührung. Man kann nicht alle Probleme mit Tabletten allein lösen. Meine Zusatzausbildungen sind hier eine schöne Ergänzung.“

„Bei Familien fließt so viel Praktisches und Menschliches mit ein, man tauscht sich ganz anders aus.“ Mag. pharm. Veronika Lerch

Ein großer Schmetterling ziert als Namensgeber die Wand hinter der Tara.

SCHMETTERLING APOTHEKE
Alfred-Adler-Straße 1, 1100 Wien
Leitung: Mag. pharm. Veronika Lerch
Beschäftigte: 6
Gesamtfläche: 205 m2
Herba-Dienste: Herba Point, Apotüte